Wie setzen sich Ticketpreise für Konzerte zusammen?

Konzerte haben auch in den letzten Jahren nichts von ihrem Reiz und ihrer Popularität verloren. Sowohl auf Seiten der Künstler als auch beim Publikum sind diese Auftritte sehr beliebt. Doch die Ticketpreise sind oft recht hoch. Verdienen die Künstler so viel oder wie setzten sich Konzertpreise genau zusammen?

So kommen die Ticketpreise zustande

Natürlich ärgern sich Besucher häufig über hohe Ticketpreise. Doch letztlich darf man auch nicht vergessen, wie sich diese Preise zusammensetzen und dass davon längst nicht nur die Künstler selber bezahlt werden. Auch, dass die Konzertpreise insgesamt ansteigen, hat nicht unbedingt damit zu tun, dass die Band oder der Sänger plötzlich sehr viel mehr Geld für einen Auftritt verlangen. Viel mehr sind auch die anderen Faktoren, die den Preis beeinflussen, teurer geworden. Es fängt bei den Mieten für die Konzerthallen an. Aufgrund gestiegener Energiekosten sind auch die Mieten gestiegen. Diese liegen nicht selten im fünfstelligen Bereich. Ähnliches gilt für die Übernachtungskosten. Auch Hotelzimmer sind in den letzten Jahren teurer geworden. Besonders kleinere Künstler fahren oft noch nach dem Konzert weiter und schlafen im Tourbus. Das spart zwar Hotelkosten, aber auch der Bus, beziehungsweise die dazugehörige Crew wollen natürlich bezahlt werden. Überhaupt arbeiten in einem Team rund um den Künstler wesentlich mehr Leute, als man sich gemeinhin vorstellt. Die Techniker für Licht und Ton, diejenigen, die die Bühne aufbauen und so weiter. Manche Künstler bringen dafür ihre eigenen Leute mit, manche engagieren auch Mitarbeiter der Halle.

Die Ticketpreise müssen nun so angesetzt sein, dass wenigstens die ganzen Unkosten gedeckt sind. Dabei ist immer zu bedenken, dass dies auch der Fall sein sollte, wenn das Konzert nicht ausverkauft ist. Denn die Mitarbeiter müssen trotzdem bezahlt werden. Und ein Bühnenaufbau bleibt aufwendig – egal, wieviele Menschen sich das Konzert ansehen. Am Abend selber entstehen dann weitere Kosten, beispielsweise muss ein Ordnungsdienst bezahlt werden, der den Einlass kontrolliert. Auch die eigentliche Umsatzsteuer ist nicht zu vergessen. Sie muss in dem Land bezahlt werden, in dem der Auftritt stattfindet. Sie beträgt 19 beziehungsweise ermäßigt 7%. Grund für eine Ermäßigung ist laut §12, Abs. 12 UStG beispielsweise der Auftritt eines Solokünstlers, wenn dieser den hauptsächlichen Teil der Veranstaltung bestimmt. Ein kurzer Auftritt in der Pause eines Fußballspiels beispielsweise würde mit 19% versteuert.

Meiden ausländische Künstler Deutschland wegen der hohen Steuern?

1996 wurde eine Ticketsteuer für ausländische Künstler eingeführt. Diese Pauschalsteuer beträgt satte 25%. Sie betreffen nicht nur das Honorar, sondern auch einige Nebenkosten. Dazu zählen Kosten, die bei der Produktion entstehen, Kosten für Verpflegung und den Aufenthalt. Genau beziffern lässt sich ein Rückgang der ausländischen Auftritte zwar nicht, aber es ist schon auffällig, dass auch große Stars wie Madonna oder U2 trotz großer Ticketnachfrage nur wenige Konzerte in Deutschland geben und immer mehr auch auf kleinere Nachbarländer ausweichen. Besonders betroffen von dieser pauschalen Ticketsteuer sind kleinere Künstler aus dem Ausland, die aufgrund der hohen Abgaben auch oft einen Bogen um Deutschland machen.

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