?Aus der Seele muss man spielen und nicht wie ein abgerichteter Vogel?, schrieb C. P. E. Bach, die Musik müsse ?vornehmlich das Herz rühren?. Das subjektive Empfinden stellte er damit gegen das barocke Regelwerk, die angebliche ?Verkopftheit? der Kompositionen seines Vaters Johann Sebastian. Sounds familiar ? klingt bekannt: Ein klassischer Vater-Sohn-Konflikt? Doch die Hochachtung blieb, auch wenn C.P.E., nicht sein Vater, zu Lebzeiten ?der Bach? war, ein Star. Sie spielen aus der Seele: Tabea Debus und Alon Sariel. Die mehrfach ausgezeichneten, international gastierenden Solist:innen haben ihre Lieblingsstücke von Komponisten aus drei großen Musikerfamilien des 18. Jhs, wo nötig, für ihre Instrumente bearbeitet, fantasievoll, klangprächtig, spannungsreich.Silvius Leopold Weiss war zu seiner Zeit der beste Lautenvirtuose Europas, für seine Technik und Improvisationskunst bewundert. Seine Fantasia wurde mustergültig und ging ins Standardrepertoire von Laute und Gitarre ein. Ein Höhepunkt der Gattung auch Telemanns Fantasien, die der Patenonkel C.P.E. Bachs für Gambe schrieb. Mit Blockflöte klingen die Oboensonaten von Joh. Sigismund Weiss, dem jüngeren Bruder Silvius Leopolds, ebenso frisch wie die galanten Melodien der Harfensonate C.P.E. Bachs. Ein muntres Verwirrspiel der Emotionen. Innig H. Ignaz Franz von Bibers Passacaglia, ursprünglich der Violine-solo-Abschluss seiner Rosenkranz-Sonaten zu Ehren der Gottesmutter Maria. Ein Ohrwurm, die absteigende Viertonreihe im Bass. Die Passacaglia heißt auch ?Schutzengelsonate?: Wie dieser den Menschen im Leben so begleitet das Bassmotiv die Melodie in ihrem Lauf. Gute-Laune-Musik, das Presto von Carl Heinr. Biber, Ignaz Franzens Sohn. Französische Leichtigkeit in der E-Dur Partita von Bach Senior, melancholische Tiefe und heitere Gelassenheit. Ist Joh. Sebastian wirklich so weit weg von seinem Sohn? Musizierte doch auch er, außer zur Ehre Gottes, ?zur Rekreation des Gemüths?. Denn wo ?dieses nicht in Acht genommen wird, da ists keine eigentliche Musik, sondern ein teuflisch Geplärr und Geleier.? Programm: Joh. Sebastian Bach (1685-1750): Partita, BWV 1006°Georg Philipp Telemann (1681-1767): Fantaisie pour la Basse de Violle Nr. 1, TWV 40:26°Johann Sigismund Weiss (1690-1737): Siciliano Silvius Leopold Weiss (1687-1750): Fantasia in c-Moll Joh. Sigismund Weiss (1690-1737): Sarabanda Heinr. Ignaz Franz von Biber (1644-1704): Violin Passacaglia aus den Rosenkranz-Sonaten°Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788): Sonate für Harfe in G-Dur, Wq. 139 / H 563°Georg Philipp Telemann: Fantasia per il Flauto senza Basso Nr. 11 (TWV 40:12)Carl Heinr. Biber (1681-1749): Presto°Joh. Sebastian Bach: Sinfonia, BWV 156° | Suite, BWV 997* arr. von Tabea Debus und/oder Alon SarielMusiker:innen:Tabea Debus BlockflötenAlon Sariel LauteOrt: St. Anna Kapelle 1837 wurde die St. Anna Kapelle aus dem Material des nahegelegenen Steinbruchs gebaut. Innen sticht die spätmittelalterliche Holzplastik der Anna Selbdritt hervor: die Heilige Anna mit ihrer Tochter, der Gottesmutter Maria, und ihrem Enkel Jesus. Wer das Bild schnitzte, weiß man nicht. Es soll schon vor dem Dreißigjährigen Krieg (1618?1648) in der Vorgängerkirche Mittelpunkt der Anna-Verehrung und Wallfahrtsziel gewesen sein. Die Kapelle wird heute von dem eigenständigen Kapellenverein, den die Bürgerstiftung Rosendahl unterstützt, ehrenamtlich erhalten und verwaltet. In Kooperation mit der Kapellengemeinde St. Anna und der Bürgerstiftung Rosendahlwww.rosendahl.chayns.net Fotos (c) Philine Bunte, GWK