Rezital 2. Preisträgerin Bach-Wettbewerb 2022 ? Sonderpreis der JuryUnter den Komponisten, die im XVIII. Jahrhundert in Spanien tätig waren, ragt die Figur von Domenico Scarlatti (1685-1757) sicherlich heraus. Geboren in Neapel, verbrachte er fast die Hälfte seines Lebens auf der iberischen Halbinsel im Dienst des spanischen Hofes. Seine Stellung als Cembalo-Lehrer der Prinzessin – und späteren Königin – María Bárbara de Braganza, der Frau Ferdinands VI., führte zur Komposition von 555 außerordentlich vielfältigen Cembalosonaten, die zum unverzichtbaren Bestandteil des Repertoires jedes modernen Cembalisten geworden sind. Während seines langen Aufenthalts in Spanien entwickelte Scarlatti eine einzigartige kompositorische Sprache für das Cembalo, die auf Elementen wie der zweistimmigen Sonate, der Erforschung der technischen Möglichkeiten des Instruments, der häufigen Wiederholung von harmonischen und melodischen Formeln sowie auf dem Einfluss der iberischen Folklore beruht. Diese Merkmale schaffen einen unverwechselbaren Stil, der von vielen Zeitgenossen Scarlattis geteilt wurde, obwohl die Beiträge anderer Autoren zu diesem spanischen Stil oft übersehen werden, ebenso wie die Qualität ihrer Produktion. Im heutigen Programm soll die Beziehung zwischen Scarlatti und vier spanischen Komponisten seiner Zeit verdeutlicht werden: Sebastián de Albero, Antonio Soler, José de Nebra und Félix Máximo López. Die Auswahl der Stücke soll den Wert dieses Repertoires aufzeigen und beweisen, dass diese Komponisten se Autoren die Anerkennung verdienen, welche bis heute ausschließlich Scarlatti zukommt.